Sonstiges
Airbus in Bremen hat in 5 Jahren ca. 2.870.000 kWh eingespart.
Druckluft beflügeltWenn schon, denn schon: Beim "Runderneuern" der Druckluftversorgung im Bremer Airbus-Werk wurde gleich eine komplette Wärmerückgewinnung zum Absenken der Heizkosten installiert: Systematisches Energiesparen aus einer Hand. Dieter Markowiak ist Energiesparer - überzeugter Energiesparer. Und er versteht es, andere erst mit ins Boot zu holen und dann ebenso davon zu überzeugen, dass es höchste Zeit ist, dem noch allgemein allzu weit verbreiteten verschwenderischen Umgang mit Energie in jeder Form, wo immer es geht, ein Ende zu setzen. So geschehen im Airbus-Werk Bremen, wo Dieter Markowiak in der immobilen Instandhaltung/Energieversorgung vor der dringenden Aufgabe stand, die Druckluftversorgung auf den Stand der Technik zu bringen.
Erste ErneuerungAm Standort Bremen erfolgt die Landeklappenmontage aller Airbus Modelle, die Ausrüstung der Long-Range und Wide-body-Typen A330 und A340 und in Zukunft die Rumpfmontage und Ausrüstung des neuen Militärtransporters A400M - das sind Produktionsprozesse, in denen Druckluft in jeder Phase unentbehrlich ist. Die ersten drei Kaeser-Kompressoren (zwei CS 121 und ein CS 91) wurden 1997 nach einer Analyse der Druckluft-Auslastung (ADA) installiert. Die "Schrauben" stießen, so Dieter Markowiak im Rückblick, auf anfängliche Skepsis, welche sie mit großer Zuverlässigkeit, niedrigem Geräuschpegel und hoher Energieeffizienz aber bald zerstreuten. Und in der Druckluftstation war es nach der Umrüstung bei laufender Produktion nicht mehr heiß und laut, sondern sauber wie in einem Operationssaal und man konnte sich darin sogar unterhalten." Und das ist bis heute so geblieben, denn zu dem Zeitpunkt, als die neue Druckluftstation ihren Dienst aufgenommen hatte, begann der Hochlauf der Produktion, so dass die Erweiterung der Druckluftversorgung schon Anfang 2001 erneut zum Thema wurde. Schließlich war man, wie eine neuerliche ADA-Messung ergab, mittlerweile schon wieder an einem Punkt angelangt, da die ursprünglich vorgesehene Redundanz der Kompressoren und Aufbereitungsanlagen großenteils nur noch auf dem Papier stand - eigentlich kein Wunder bei um rund 50 Prozent angestiegenen Verbrauchswerten.
Ganze Sache im nächsten SchrittHinzu kam, dass das Verteilnetz für die Druckluft wegen hoher Leckageverluste erneuerungsbedürftig war. So war für Dieter Markowiak schon früh klar, dass er dem Thema "Druckluft" nur mit einer großen Systemlösung gerecht werden konnte, die wirklich alle Möglichkeiten zur Energieersparnis nutzt - und dazu gehört auch ein weitestgehendes Rückgewinnen und Nutzbarmachen der beim Erzeugen von Druckluft anfallenden Abwärme.
Gesagt, geplant, getanDas Projekt "Airbus Bremen" geriet für die Techniker von Lutena Drucklufttechnik zu einem veritablen Meisterstück. Alle Installationen und Umbauten mussten bei laufender Produktion erfolgen, was nicht immer ganz einfach war, wie zum Beispiel die Anbindung der 130 x 80 m großen Halle für die Montage des A400M an das neue DN-100-Druckluftnetz zeigt. Hierzu war eine Führung der Druckluft-Trasse durch die Flügel-Endmontage-Halle 20 zu finden, die zum einen höchstmögliche Effizienz der Druckluft-Verteilung bietet, zum anderen jedoch während der Installation der Rohrleitungen die hochsensiblen Arbeiten an den Tragflächen weder beeinträchtigte noch gefährdete. Und auch diese heikle Aufgabe wurde wie die Gesamt-Herausforderung nach Dieter Markowiaks Einschätzung "mit Bravour bestanden". Übrigens: Dass die während der Planungs- und Konzeptionsphase von den Lutena-Technikern errechneten Liefermengen- und Verbrauchswerte - und damit die prognostizierte Energieeinsparung höchst exakt eingehalten werden, kann Dieter Markowiak nach Belieben auf seinem PC abrufen: Schließlich dirigiert ein "Sigma Air Manager" die Druckluftstation und lässt sich per "Sigma Air Control plus" jederzeit "in die Partitur schauen" - mit einem Leerlaufanteil von gerade mal zwei Prozent steht er auch blendend da.
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